Leinenkette aufbäumen

viel einfacher als es so  traditionell uns dargestellt  gemacht wird-

Es braucht keine nasse  Kette, keine klebrige  Schlichte , durch die die Kette gezogen wird. ( Später beim Weben selbst kann es vielleicht noch erforderlich sein, aber nur beim wergartigem Kettgarn oder trocken gesponnenem  schlechterem Kettgarn.

Gutes Langflachsleinen von holma ist  glatt    und nicht rauh, es lässt sich trocken aufbäumen auf den Kettbaum und mir reißt da nie ein Faden!!

so mache ich es:

1.Zuerst benutze ich kein Gangkreuz sondern das Fadenkreuz.

Ich habe nämlich nicht so viele Spulen wie ich für einen cm  kette brauche, sondern benutze am liebsten  nur 4 Spulen.  Mit doppeltem Faden mache ich nun das Fadenkreuz, so kann man gut schnell und zügig Ketten von 14-  16-18m Länge schären für Zöpfe von 60 cm Breite, längere habe ich einfach nicht.

Wenn ich die Kettfäden am Fadenkreuz  anbinde , lege ich gleich die Kreuzlatten ein und binde  sie am Webstuhl an.  Zuerst dicht zusammen,

aber hakt es, dann geht es einfacher ,sie einzeln hängen zu haben, so  trenne ich sie und hänge sie einzelnn auf. Das empfiehlt sich bei rauhen Wollgarnen und rauherem Leinengarn. aber bei Holma Garn können sie eng zusammenbleiben.

2.  nix wird ständig stramm gehalten.

Ich arbeite alleine, nur wenn ich wickle, dann ist die Kette stramm durch das Gewicht von 2kg , mehr nicht.  Das genügt. So müssen nicht 3 oder mehr Personen gemeinsam unter hoher Anspannung zugleich die Kette wickeln.

3. Ich benutze viele Holzstäbe

beim Aufwickeln, so verhindere ich ,dass sich Fäden tiefer in die aufgewickelte Kette hineinziehen und so locker werden. also holt euch Leisten aus dem Baumarkt, sägt sie passende Längen und schmirgelt sie glatt. finde ich besser als Papier,  aber bei feinen Garne und wenig platz für viele Stäbe ,macht euch dünne Stäbe und nehmt Stoff ,aber ungesäumt.

4. Ich habe denn Kettfadenzopf viele Male  ,bei jedem Viertel des schärbaums.  fest abgebunden ,bevor ich ihm vom Schärrahmen oder Schärgestell  nahm. Wenn ich aufwickle, muss immer nur einen Abschnitt  beachten, der vo einem abbinden zum nächsten abbinden ist, so erreiche ich dass die Fäden sich untereinander nicht verschieben.

5. Niemals mit den Fingern die Kettfäden kämmen!damit verändert man die Lage der Kettfäden zueinander, sie können sich verschieben und das Verwirren wird immer schlimmer..

Nur immer die Fäden eines Abschnitts von 1cm aus dem Reedekamm trennen voneinander. Dazu halte ich die Kette gespannt und schiebe die Hand zwischen die Fäden.. und lege dies Fadenbündel seitlich.

so verhindere ich dass beim Wickeln des nächsten Abschnitts die Fäden an den Stäben des Reedekamm haken, und so unterschiedlich stramm sind beim aufwickeln.

6. Wenn ein Faden lose sein sollte, diesen immer nur zum kettbaum hin stramziehen, niemals zum Sitzplatz hin.  So bleiben  die auf gleicher Höhe zueinander liegenden Fäden genau richtig..

7. Wenn mal ein Kettfaden doch gehakt hat, und nun scheinbar 3-4 cm länger als die nebenliegenden nicht groß beachten, ihn stramm ziehen zum Kettbaum, spätestens beim weben egalisiert es sich, Notfalls ist dann an einer Stelle mal es strammer, das könnte man dann nur da ausbessern, aber so bleibt alles weitere immer noch gut.

8. lass dir Zeit.. ich wickle immer nur 2-3  Meter auf einmal auf..dann Pause–  die Gewichte auf der Bank ablegen..dann erst geht es weiter, auch ruhig über nacht alles so stehen lassen. und sich sagen: morgen geht es weiter..  so kann man in aller ruhe vor dem weiteren wickeln die kette kontrollieren..

9.  Beim anbinden vorne  kann es vorteilhaft sein, die Fäden anzufeuchten, so halten die Knoten besser.

10. webt 10 cm probe mit anderem Faden ruhig dickerer andersfarbig, so sieht man später  leichter die Fehler..

11 ich webe immer ein Musterstück  .da übe ich unterschiedliche Tretweisen..  Garne und das Mustertuch benutze ich auch..  und manchmal entdecke ich dann erst Einzugsfehler.. immer noch besser, als wenn man es nach einem halben Meter Weben an großem tischläufer entdeckt.

12..macht eigene Weisen  und  tuscht eure Erfahrung aus,  gebt euer Wissen dann auch  weiter.. nicht alles, was als dogma immer so gemac ht wurde, muss alleine richtig sein..viele Wege führen nach rom! und unsere Garne und Ausstattung ändern sich.

Was für Berufsweber richtig ist, kann für Weber mit anderer Ausstattung viel zu umständlich sein  oder unnötig.

und nun viel vergnügen an den bildern von meinem aufbäumen  mit Pause.

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